Skip to Content

Wie UV-Inkjet 3D-Druck farbenfrohe und komplexe 3D-Modelle zum Leben erweckt

Wer sich schon einmal mit 3D-Druck auseinandergesetzt hat, denkt wahrscheinlich zuerst an Filamentdrucker. Eine Rolle Kunststoff wird, ähnlich wie bei einer Heißklebepistole, geschmolzen und dann Schicht für Schicht aufgetragen, bis das 3D-Modell vollständig seine Form annimmt.

Wenn man dagegen zum ersten Mal von UV-Inkjet 3D-Druck hört, kommt einem das Wort „Inkjet“ vielleicht vom Drucker zuhause oder im Büro bekannt vor. Und tatsächlich liegt das nicht falsch, unser Druckverfahren ist klassischen Inkjet-Druckern näher als Filamentdruckern. Wir arbeiten mit Tinten, die, wie das „UV“ im Namen schon verrät, mithilfe von ultraviolettem Licht während des Drucks ausgehärtet werden. Diese Tinten werden vom Druckkopf aufgebracht und sofort ausgehärtet, Schicht für Schicht. So entstehen unsere Modelle.

Daraus ergeben sich entscheidende Vorteile gegenüber dem Filamentdruck. Wie beim Bürodrucker arbeiten wir mit Cyan, Magenta und Gelb, was uns erlaubt, über 10 Millionen Farben darzustellen. Zusätzlich haben wir auch transparente Tinte. Filamentdrucker sind dagegen an die Farbe der jeweils geladenen Kunststoffrolle gebunden. Mittlerweile gibt es zwar Möglichkeiten, mehrere Farben mit diesen Geräten zu drucken, aber die meisten Systeme arbeiten nur mit wenigen Farben, und selbst wenn ein System acht oder zwölf Farben verarbeiten kann, reicht das nicht an die Farbvielfalt eines UV-Inkjet-Drucks heran.

Die Detailgenauigkeit ist ein weiterer Punkt, mit dem wir uns abheben können. Die meisten Filamentdrucke werden mit einer Schichtdicke von etwa 0,2 mm hergestellt. Der UV-Inkjet-3D-Druck arbeitet dagegen mit 28 µm, also rund siebenmal feiner. Die Auflösung in der Fläche, also auf den XY-Achsen, zeichnet ein ähnliches Bild, etwa 0,4 mm Düsenbreite beim Filamentdruck gegenüber etwa 21 µm Tröpfchenraster bei uns. Der Detailgrad ist also deutlich höher und eher vergleichbar mit MSLA-Resin-3D-Druckern, die ebenfalls mit UV-reaktivem Harz arbeiten, allerdings in der Regel einfarbig.

Um komplexe Strukturen drucken zu können, braucht es Stützstrukturen. Wie man sich denken kann, sind starke Überhänge im 3D-Druck ein Problem, weil sie von unten gestützt werden müssen. Beim Entfernen dieser Stützstrukturen können Spuren am Bauteil entstehen. Unsere Modelle werden während des Drucks vollständig in ein wasserlösliches Stützmaterial eingebettet, das sich anschließend rückstandslos entfernen lässt. Dadurch lassen sich auch sehr komplexe und filigrane Objekte zuverlässig herstellen.

UV-Inkjet 3D-Druck bietet damit eine besonders vielseitige Lösung für farbenfrohe und detailgetreue Modelle. Ob Architektur, Anschauungsprototypen, Marketing, Figuren oder Modellbau, der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Alles, was es dafür braucht, ist ein 3D-Modell am Computer, den Rest übernimmt der Druckprozess.

Gerade für Sonderanfertigungen, Kleinserien oder Einzelstücke ist dieses Verfahren eine sehr starke Lösung, wenn es auf visuelle Qualität, Detailtreue und Wirkung ankommt. Und oft zeigt sich erst am fertigen, realen Modell, wie viel stärker eine Idee wirkt, wenn man sie tatsächlich in der Hand halten kann.

Wie UV-Inkjet 3D-Druck farbenfrohe und komplexe 3D-Modelle zum Leben erweckt
Robert Driesnack February 17, 2026
Share this post
Our blogs
Archive